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Lebensmittelanalytik 2026: PFAS, neue Kontaminanten und Novel Food im Fokus

Die Deutschen Lebensmittelchemietage 2026 in Kaiserslautern zeigen, wie stark sich die Lebensmittelanalytik derzeit weiterentwickelt. Im Mittelpunkt stehen längst nicht mehr nur klassische Qualitätskontrollen. Die GDCh nennt für die Tagung unter anderem Lebensmitteltoxikologie, biofunktionale Inhaltsstoffe, Omics, moderne Analytik, Lebensmittelbiotechnologie, Mikrobiologie, Qualitätssicherung sowie Rückstände und Kontaminanten als zentrale Themenfelder.

Zwei Entwicklungen stehen dabei besonders exemplarisch für die neuen Herausforderungen moderner Laboratorien: PFAS und neue Kontaminanten sowie Novel Food und alternative Proteinquellen.

Auf einen Blick
- Die 54. Deutschen Lebensmittelchemietage finden vom 14. bis 16. September 2026 in Kaiserslautern statt.
- PFAS-Analytik entwickelt sich vom gezielten Target-Screening über Suspect- hin zum Non-Target-Screening.
- Novel Food wie pflanzenbasierte, fermentierte sowie Insekten- und Algenproteine stellt neue analytische Anforderungen an Labore.
- Beide Trends erfordern moderne Massenspektrometrie und eine besonders sorgfältige Probenvorbereitung.

PFAS und neue Kontaminanten: Immer mehr Stoffe im analytischen Blick

PFAS, also per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, gehören zu den Stoffgruppen, die die Lebensmittel- und Umweltanalytik aktuell besonders beschäftigen.

Die Herausforderung liegt nicht nur in den teilweise sehr niedrigen Konzentrationen, sondern auch in der großen Zahl unterschiedlicher Verbindungen. Klassische Analysen konzentrieren sich häufig auf bekannte Zielsubstanzen. Damit wird jedoch nur ein Teil dessen erfasst, was tatsächlich in einer Probe enthalten sein kann.

Deshalb gewinnen neue analytische Strategien zunehmend an Bedeutung.

Vom Target-Screening zum Non-Target-Screening

Bei der klassischen Target-Analytik wird gezielt nach zuvor bekannten Stoffen gesucht.

Moderne Verfahren gehen weiter:

Suspect-Screening sucht nach Substanzen, die aufgrund vorhandener Daten oder Verdachtslisten erwartet werden, für die jedoch nicht zwingend klassische Referenzmethoden vorliegen.

Beim Non-Target-Screening wird eine Probe dagegen möglichst umfassend untersucht, ohne sich bereits vor der Messung auf einzelne Stoffe festzulegen.

Gerade bei PFAS und anderen neu auftretenden Kontaminanten ist dieser Ansatz interessant. Hochauflösende Massenspektrometrie ermöglicht es, komplexe Proben detaillierter zu untersuchen und bislang unbekannte oder nicht gezielt gesuchte Verbindungen zu erkennen.

Die Fragestellung verändert sich damit von:

„Ist Stoff X vorhanden?“

zu:

„Welche relevanten Stoffe befinden sich überhaupt in dieser Probe?“

Novel Food und alternative Proteine verändern die Analytik

Parallel verändern sich auch die Lebensmittel selbst.

Pflanzenbasierte Fleisch- und Milchersatzprodukte, fermentativ erzeugte Inhaltsstoffe, Algen, Insektenproteine und weitere alternative Proteinquellen gewinnen an Bedeutung.

Für die Lebensmittelanalytik entstehen dadurch neue Aufgaben. Bei Novel Food reicht es nicht aus, lediglich klassische Nährwerte zu bestimmen. Analytische Labore müssen zunehmend verschiedene Aspekte gleichzeitig betrachten.

Dazu gehören unter anderem:

  • Zusammensetzung und Proteingehalt
  • Authentizität der verwendeten Rohstoffe
  • Allergene
  • mögliche Kontaminanten
  • Rückstände aus Produktion und Verarbeitung
  • mikrobiologische Sicherheit
  • unerwünschte Begleitstoffe
  • Stabilität und Qualität des Produktes

Neue Lebensmittel, neue analytische Fragen

Ein pflanzenbasiertes Produkt kann beispielsweise aus mehreren Proteinquellen bestehen.

Für die Analytik ergeben sich daraus Fragen wie:

Welche Pflanzenarten wurden tatsächlich verwendet?

Entspricht die Zusammensetzung der Deklaration?

Sind unerwartete Allergene vorhanden?

Sind Rückstände oder Kontaminanten aus Rohstoffen oder Verarbeitung enthalten?

Entstehen während Verarbeitung oder Fermentation neue Stoffe, die analytisch berücksichtigt werden müssen?

Damit wachsen Lebensmittelanalytik, Molekularbiologie, Mikrobiologie und moderne Massenspektrometrie immer stärker zusammen.

PFAS und Novel Food haben mehr miteinander zu tun, als es zunächst scheint

Auf den ersten Blick erscheinen PFAS-Analytik und alternative Proteine wie zwei völlig unterschiedliche Themen.

Analytisch verbindet sie jedoch ein entscheidender Punkt:

Die Zusammensetzung moderner Lebensmittel wird komplexer und gleichzeitig steigt die Zahl der Stoffe, nach denen gesucht werden muss.

Bei PFAS stellt sich die Frage, welche bekannten und möglicherweise unbekannten Kontaminanten vorhanden sind.

Bei Novel Food lautet die Frage, welche Inhaltsstoffe, Proteine, Allergene und unerwarteten Verbindungen tatsächlich in einem Produkt enthalten sind.

In beiden Bereichen reicht eine ausschließlich auf einzelne bekannte Stoffe ausgerichtete Analytik zukünftig immer weniger aus.

Moderne Massenspektrometrie gewinnt an Bedeutung

Diese Entwicklung erhöht die Bedeutung moderner analytischer Plattformen.

Besonders wichtig sind:

  • LC-MS/MS für die empfindliche quantitative Bestimmung zahlreicher polarer und thermisch weniger stabiler Substanzen.
  • GC-MS für flüchtige und thermisch geeignete Verbindungen.
  • Hochauflösende Massenspektrometrie für Suspect- und Non-Target-Screening sowie die Identifizierung bislang unbekannter Stoffe.

Ergänzt werden diese Methoden zunehmend durch molekularbiologische Verfahren, Spektroskopie und Omics-Technologien.

Auch die Auswahl geeigneter Laborchemikalien und zuverlässiger Infrastruktur spielt für reproduzierbare analytische Prozesse eine wichtige Rolle. Mit Applichem, Merck und J.T. Baker gehören weitere Anbieter von Laborchemikalien zum Herstellerportfolio von häberle LABORTECHNIK.

Omics als weiterer Entwicklungsschritt

Auch die auf den Deutschen Lebensmittelchemietagen genannten Omics-Technologien passen unmittelbar in diese Entwicklung.

Metabolomics untersucht beispielsweise möglichst umfassend die kleinen Moleküle und Stoffwechselprodukte einer Probe.

Proteomics konzentriert sich auf Proteine.

Genomics liefert Informationen über genetisches Material und kann beispielsweise bei der Identifizierung biologischer Ausgangsmaterialien helfen.

Gerade bei neuen Lebensmitteln können solche Methoden einen detaillierten Einblick in Zusammensetzung und Authentizität ermöglichen.

Die Probenvorbereitung bleibt entscheidend

Bei aller technologischen Entwicklung darf ein Punkt nicht unterschätzt werden:

Die Qualität einer Analyse beginnt lange vor dem Messgerät.

Mit steigender Empfindlichkeit werden Probenahme, Probenvorbereitung und Kontaminationskontrolle immer wichtiger. Dazu gehören beispielsweise:

Gerade bei sehr niedrigen Konzentrationen kann bereits eine geringe Kontamination das Messergebnis beeinflussen.

Für die Filtration und chromatographische Probenvorbereitung bietet Macherey-Nagel GmbH & Co. KG unter anderem Spritzenvorsatzfilter, SPE-Säulen und Chromatographieprodukte. Diese Lösungen unterstützen die Aufreinigung und Vorbereitung komplexer Proben vor der instrumentellen Analytik.

Auch Merck KGaA ist im Herstellerportfolio von häberle LABORTECHNIK vertreten und bietet Produkte für chemische und analytische Laboranwendungen. Gerade bei der Probenvorbereitung sind geeignete Lösungsmittel, Reagenzien und weitere Laborchemikalien wichtige Bestandteile zuverlässiger Arbeitsabläufe.

Darüber hinaus gehören Sartorius Lab Instruments zu den Herstellern im Portfolio von häberle LABORTECHNIK. Lösungen für Filtration und weitere Laborprozesse ergänzen die Ausstattung für reproduzierbare Probenvorbereitung und analytische Workflows.

Das passende Zubehör für jeden Schritt der Probenvorbereitung – von Probengefäßen über Spritzenvorsatzfilter bis zu Referenzstandards – finden Sie im Bereich Probenvorbereitung bei häberle LABORTECHNIK.

Lebensmittelanalytik wird umfassender

Die Entwicklungen bei PFAS und Novel Food zeigen einen grundlegenden Wandel.

Das Labor der Zukunft muss nicht nur immer kleinere Mengen bekannter Substanzen bestimmen können. Es muss zunehmend auch unerwartete Stoffe erkennen, komplexe Zusammensetzungen beurteilen und große Datenmengen zuverlässig auswerten.

Die Lebensmittelanalytik entwickelt sich damit von der gezielten Einzelstoffbestimmung immer stärker zu einer umfassenden Charakterisierung von Proben.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Target-, Suspect- und Non-Target-Screening?

Beim Target-Screening wird gezielt nach zuvor bekannten Einzelsubstanzen gesucht. Suspect-Screening erweitert dies um Substanzen, die aufgrund von Verdachtslisten oder vorhandenen Daten erwartet werden. Non-Target-Screening untersucht eine Probe möglichst umfassend, ohne sich vorab auf einzelne Stoffe festzulegen. Dadurch eignet sich der Ansatz besonders für PFAS und andere neu auftretende Kontaminanten.

Warum ist PFAS-Analytik in Lebensmitteln so anspruchsvoll?

PFAS treten teilweise in sehr niedrigen Konzentrationen auf und umfassen eine große Zahl unterschiedlicher Verbindungen. Klassische Zielanalytik erfasst dabei nur einen Teil der tatsächlich vorhandenen Stoffe. Hochauflösende Massenspektrometrie und Non-Target-Screening erweitern den analytischen Blick.

Welche Analysemethoden werden für Novel Food benötigt?

Neben klassischer Nährwertanalytik sind Methoden zur Prüfung von Authentizität, Allergenen, Kontaminanten, mikrobiologischer Sicherheit und Rückständen relevant. Dafür kommen unter anderem LC-MS/MS, GC-MS, hochauflösende Massenspektrometrie sowie Omics-Technologien wie Metabolomics, Proteomics und Genomics zum Einsatz.

Wie wichtig ist die Probenvorbereitung für PFAS- und Novel-Food-Analytik?

Sie ist entscheidend. Bei sehr niedrigen Konzentrationen kann bereits eine geringe Kontamination das Messergebnis beeinflussen. Geeignete Probengefäße, reproduzierbare Extraktion, saubere Filtration, geeignete Lösungsmittel und Referenzstandards bilden die Grundlage für belastbare Ergebnisse.

Fazit

Die Deutschen Lebensmittelchemietage 2026 greifen mit Themen wie moderner Analytik, Omics, Lebensmittelbiotechnologie sowie Rückständen und Kontaminanten zentrale Entwicklungen der modernen Lebensmittelanalytik auf.

PFAS und neue Kontaminanten zeigen, warum Suspect- und Non-Target-Screening sowie hochauflösende Massenspektrometrie immer wichtiger werden.

Novel Food und alternative Proteine machen deutlich, dass neue Lebensmittel auch neue analytische Fragestellungen erzeugen.

Beide Entwicklungen führen in dieselbe Richtung:

Lebensmittelanalytik wird empfindlicher, umfassender und datengetriebener – und moderne Labortechnik wird dabei zu einem entscheidenden Baustein für Qualität, Sicherheit und Verbraucherschutz.

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