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DNA- und RNA-Kontamination im Labor vermeiden | häberle LABORTECHNIK

Best Practices für zuverlässige PCR-Ergebnisse

Kein Fehler im molekularbiologischen Labor ist so lautlos und so folgenreich wie eine Kontamination. Die PCR amplifiziert nicht nur die Zielsequenz – sie amplifiziert auch jeden fremden DNA- oder RNA-Strang, der im Reaktionsansatz nichts zu suchen hat. Wer das einmal erlebt hat, weiß: Ein positives Signal in der Negativkontrolle kann eine ganze Messreihe entwerten.

Dieser Beitrag zeigt, wie DNA- und RNA-Kontaminationen entstehen, wie man sie erkennt und welche Maßnahmen dauerhaft zuverlässige Ergebnisse sichern.

Wie Kontaminationen entstehen – und warum sie so hartnäckig sind

Die PCR ist empfindlich. Das ist ihr größter Vorteil und ihr größtes Risiko. Bereits wenige Kopien Fremd-DNA genügen, um ein falsch-positives Ergebnis zu produzieren. Kontaminationsquellen lassen sich dabei grob in drei Kategorien einteilen:

Amplikon-Carryover ist die häufigste Ursache. Amplifikationsprodukte aus früheren Läufen setzen sich als Aerosol auf Arbeitsflächen, Pipetten und Reagenzien ab. Einmal im Raum verteilt, lassen sie sich kaum noch vollständig entfernen.

Probenübergreifende Kontamination entsteht, wenn DNA oder RNA von einer Probe auf eine andere übertragen wird – durch Pipettierfehler, fehlendes Filtermaterial in den Tips oder unsaubere Handhabung.

Umgebungskontamination umfasst alles, was aus der Laborluft, von Oberflächen, Geräten oder der eigenen Haut und dem Atem in den Ansatz gelangt. Besonders bei der RNA-Analyse kommen RNasen hinzu, die allgegenwärtig sind und Zielsequenzen aktiv abbauen können.

Kontamination erkennen: Kontrollansätze als Pflicht

Kontamination ist per Auge unsichtbar. Zuverlässig nachweisen lässt sie sich nur über gut konzipierte Kontrollexperimente, die in jedem PCR-Lauf mitgeführt werden sollten.

Die Negativkontrolle ohne Template (NTC, No Template Control) enthält alle Reagenzien des Ansatzes – nur keine Ziel-DNA oder -RNA. Erscheint in der NTC ein Signal, ist die Kontamination im Reagenz, im Wasser oder auf der Arbeitsfläche zu suchen.

Die Extraktionskontrolle begleitet die gesamte Probenaufarbeitung von Anfang an. Sie enthält nukleinsäurefreies Material und deckt Kontaminationen auf, die bereits beim Extraktionsschritt eingeschleppt wurden.

Mehrfachbestimmungen erhöhen die Aussagekraft. Wer bei niedrigen Signalen in Einfachbestimmungen bleibt, riskiert statistische Fehlinterpretationen – gerade bei grenznah positiven Proben.

Prävention: Räumliche Trennung ist der wichtigste Schritt

Keine Dekontaminationslösung der Welt ersetzt eine konsequente Labororganisation. Die wirksamste Einzelmaßnahme ist die räumliche Trennung von Prä- und Post-PCR-Bereichen.

Im Prä-PCR-Bereich werden Mastermixe vorbereitet und Proben zugegeben. Hier befinden sich Pipetten, Reagenzien und Verbrauchsmaterialien, die niemals mit dem Post-PCR-Bereich in Kontakt kommen dürfen. Amplifikationsprodukte gehören ausschließlich in den Post-PCR-Bereich. Wer von dort zurückkommt, wechselt Handschuhe und Laborkittel, bevor er den Prä-Bereich betritt.

Für die tägliche Arbeit bedeutet das: feste Pipetten je Bereich, getrennte Kühlschränke für Kits und Proben, und ein klarer Einbahnstraßen-Workflow, den das gesamte Team kennt und einhält.

Dekontamination von Arbeitsflächen und Geräten

Handelsübliche Alkohole zerstören keine Nukleinsäuren. Sie desinfizieren, aber sie denaturieren DNA nicht – weshalb 70-%-Ethanol allein als Oberflächenreinigung im PCR-Labor nicht ausreicht.

Für die Oberflächendekontamination haben sich zwei Ansätze bewährt: frisch angesetzte Hypochlorit-Lösung (10–15 % Natriumhypochlorit, täglich neu) und spezialisierte Dekontaminationsreagenzien, die DNA, RNA, DNasen und RNasen in einem Schritt beseitigen. UV-Bestrahlung in PCR-Werkbänken ergänzt diese Maßnahmen, ersetzt sie aber nicht.

Zentrifugen und Vortexer werden häufig vergessen. Gerade durch Aerosolbildung bei Zentrifugationen können diese Geräte zu Kontaminationsreservoiren werden. Regelmäßiges Wischen der Innenflächen gehört zur Routine.

Verbrauchsmaterialien: Qualität zahlt sich aus

Die Qualität der Verbrauchsmaterialien entscheidet mit. Tips ohne Filtermembran schützen nicht vor Aerosol-Carryover in die Pipette. Gefäße, die nicht als DNase-/RNase-frei zertifiziert sind, bringen von Anfang an ein Restrisiko mit.

Eppendorf bietet bei häberle LABORTECHNIK ein breites Sortiment an PCR-sauberen Verbrauchsmaterialien – von ep Dualfilter T.I.P.S. über PCR-Tubes in Biopur-Qualität bis zum PCR-Cooler, der kontaminationsfreies Vorbereiten von Ansätzen ohne Eiswanne ermöglicht. Die Materialien sind zertifiziert frei von humaner DNA, DNase, RNase und PCR-Inhibitoren.

BRAND-Produkte, ebenfalls bei häberle LABORTECHNIK erhältlich, werden unter Reinraumbedingungen produziert und sind laut Herstellerangaben durchgängig frei von DNA, RNA, DNase und RNase – eine Mindestanforderung für sensitives molekularbiologisches Arbeiten.

Besonderheiten bei der RNA-Analytik

RNA ist weniger stabil als DNA. RNasen sind nahezu überall – auf der Haut, in Aerosolen, an Laborgeräten – und bauen RNA-Targets aktiv ab. Ein verunreinigtes Reaktionsgefäß, das man kurz mit bloßen Händen angefasst hat, kann den gesamten RT-PCR-Ansatz kompromittieren.

Konsequentes Tragen von Einmalhandschuhen, nucleasefreies Wasser in Aliquots und das Arbeiten auf zuvor dekontaminierten Flächen sind in der RNA-Analytik keine optionalen Extras, sondern Grundvoraussetzungen.

Fazit

Verlässliche PCR-Ergebnisse entstehen nicht zufällig. Sie sind das Ergebnis einer durchdachten Labororganisation, sauber gewarteter Geräte, zertifizierter Verbrauchsmaterialien und konsequent durchgeführter Kontrollansätze.

Wer die räumliche Trennung einhält, Oberflächen mit geeigneten Mitteln dekontaminiert und auf qualitativ hochwertige Filterspitzen und PCR-saubere Gefäße setzt, reduziert das Kontaminationsrisiko dauerhaft – ohne jede Messung auf ein ungutes Gefühl zu verlassen.

Bei häberle LABORTECHNIK finden Sie PCR-Verbrauchsmaterialien von Eppendorf und BRAND, die diesen Anforderungen gerecht werden. Das Team berät Sie gerne bei der Auswahl.

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